Die Matchanalyse gegen Freezer
Die erste Begegnung für mouz.HasuObs
auf dem ESWC National Qualifier war die Partie gegen Freezer. Das
Spiel ist auf dem Papier eine klare Sache: HasuObs gehört seit
langem zu den stärksten Spielern in Deutschland und hat dies
beispielsweise mit seinen Siegen auf den NGL ONE Finals gegen die
Starspieler Soju und Focus auch eindrucksvoll bewiesen. Freezer
dagegen ist seit längerer Zeit inaktiv und zudem clanlos. Und im
ersten Spiel bestätigt Hasu auch die Erwartungen, schon nach 11
Minuten muss der absolut chancenlose Freezer die Segel streichen.
Nahezu jeder erwartet einen Durchmarsch
des Undeads auch auf der zweiten Map – Echo Isles. Die Map
gehört allerdings zu den stärkeren Maps für Nightelf
gegen Undead im Mappool.

Die Kompaktheit der Map würde sie
eigentlich für alle Arten von Ghoulrushes prädestinieren,
die Nightelfs haben jedoch schon seit längerem Mittel und Wege
dagegen gefunden. Die am häufigsten gewählte Variante auf
dieser Map ist es, mit einer Dark Ranger first zu spielen. Die nahe an
der eigenen Mainbase gelegene Natural Expansion hilft dem Elfen, schon früh
eine Exe hochzuziehen. Er kann diese durch die vielen Skelette und
auch durch Mercenaries vom Mercenarycamp problemlos halten und sich
schon früh einen Ressourcenvorteil sichern. Durch die Größe
der Map jedoch kann der Undead die grosse Mobilität seiner Units
ausnutzen und durch Hit and Run-Attacken den Nightelf immer wieder
zurückwerfen, was den kleineren Vorteil des Elfen wieder
negiert.
Freezer startet mit der angesprochenen
Dark Ranger und verteilt seine Base auf seiner Seite der Map nach
unten, um die Gegebenheiten der Map voll auszunutzen. Auch bei
HasuObs gibt es keine Überraschungen, er fängt mit einer
standardmäßigen Ghoulbuildorder und einem Deathknight als
First-Hero an. Er entscheidet sich jedoch zunächst nicht dafür,
einen Creepjack anzusetzen, sondern versucht zunächst, einige
Wisps zu killen - mit Erfolg, 4 Wisps sterben. Er hat diese
Entscheidung wohl deswegen getroffen, weil er mit seinem Scoutacolyte
gesehen hat, dass Freezer zunächst nicht vor hat, das
Mercenarycamp zu creepen, was einen Creepjack eher ineffektiv machen
würde.
Er zieht im folgenden seine Ghoule hinzu
und nutzt die angesprochene große Mobilität dieser
zusammen mit der Aura zu Hit ´n´ Run-Angriffen und schafft es
abermals, einige Wisps zu kicken.

Dies ist deshalb besonders
entscheidend, weil es den durch den Bau der Exe ohnehin schon
verzögerten Tech des Elfen noch weiter nach hinten verschiebt.
HasuObs kann deshalb eine zeitlang fast ungestört mit seinen
Gargoyles hantieren und schafft es dadurch, die Ancients of
Lore zu cancelen und den Elfen dadurch noch weiter zurückzuwerfen. Damit
demonstriert er auf besonders brilliante Weise auf, wo die Nachteile
des weit verstreuten Buildingplacements Freezers liegen. Das
gefürchtete Gargoyleharassment entfaltet hier seine verheerende
Wirkung in noch größerem Ausmaß als ohnehin, weil
Freezer sich nicht auf die Verteidigung nur eines Teiles der Map
konzentrieren kann. Ein gut ausgeführtes Gargoyleharassment an
sich wäre aber noch kein Grund, in solche Lobhudeleien zu
verfallen. Die Art jedoch, wie er es ausführt und er fast immer
die Aktionen von Freezer vorausahnt, zeugt von einem nahezu perfekten
Spielverständnis. Gleichzeitig bleibt er angesichts seiner fast
uneinnehmbaren Undeadbase unter 50 Supply und spart Gold an, was ihm
ein fast so hohes Goldeinkommen (10 gegen 14 Gold pro Sekunde) wie
das des Elfen beschert. Dieser Wispharass setzt sich von nun an über
fast 20 Minuten fort. Der Harass sorgt bei Freezer für ein
krasses Missverhältnis von Gold und Holz – so groß, dass
er sich sogar kurzzeitig entscheidet, die Wisps aus seiner Mine ans
Holz zu holen. Als Hasu schließlich mit seinem Deathknight
Level 4 erreicht, trifft er eine folgenschwere Entscheidung: Er
skillt ihn auf die Aura Level 2 und entscheidet sich nicht dazu,
Death Pact zu skillen.
Beim folgenden Expansionsversuch von Hasu ist
es Freezer, der sein starkes Spielverständnis beweist. Er
scoutet die Exe sehr früh und Hasuobs, der den Elfen dank
seiner Shades ankommen sieht, muss die Exe aufgeben. Erwähnenswert
ist, dass Hasu seinen Lich mit Claws of Attack sowie Gloves of
Haste ausstattet. Mit diesen Items wird der Focus der Gargs noch
einmal effektiver.
Im Laufe des Spieles macht Hasu jedoch
einen Fehler, der das Spiel hätte entscheiden können. Er
bleibt zu lange unter 50 Supply und fängt erst an zu pumpen, als
seine Goldmine leer ist und er eine Expansion braucht.

Diesen Umstand nutzt Freezer eiskalt aus und pusht mit seiner wesentlich
größeren Army die Expansion von HasuObs. Der Fight
verläuft nicht so schlecht, wie man angesichts der Supplyzahlen
hätte vermuten können, jedoch rächt es sich hier, dass
Hasu weder Deathpact geskillt noch seinen DK mit Potions
ausgestattet hat. Der Deathknight hat daher keinerlei Möglichkeiten sich zu heilen und muss, um sich zu retten, sein Townportal ziehen.
Hasu muss also seine Expansion aufgeben. Die Situation für den Undead
könnte schlechter kaum sein. Er hat weniger Supply, kein Gold
und zudem eine laufende Goldmine gegen sich.
Zudem verliert er beim
Harassment drei Gargoyles, was seinen Supplynachteil sogar noch
vergrößert. Zunächst versucht er, zumindest seine
übrig gebliebene Armee zu heilen. Er verkauft daher

einige
Gebäude, erforscht Cannibalize und baut eine Obsidianstatue.
Freezer versucht, nachdem seine Mine leer ist, mit seinem Tree of
Life an der Natural zu expandieren. Dies wird jedoch von HasuObs
unterbunden. Freezer macht den Fehler, trotz seines Vorteils nicht zu
versuchen, sich hierauf einen weiteren Goldvorteil zu sichern und
versucht nicht, einen weiteren Tree of Life mit seinem dort
platzierten Wisp hochzuziehen. Er hätte diese Expansion wohl
problemlos hochbekommen, da seine Armee zu diesem Zeitpunkt der von
Hasu klar überlegen war. Weiteres Harassment mit den Gargolyes
wäre wohl auch durch das Staffen des Pandas unterbindbar gewesen.
Stattdessen entscheidet sich Freezer
zum Go in die Undeadbase. Doch Hasu schafft das unmöglich geglaubte. Er schlägt Freezer dank des Ultimates des
Deathknights zurück und kann seinen stark angeschlagenen Deathknight mehrmals schön unter anderem durch Übergabe
einer Potion of Invulnerability retten Das Blight und das Heal der
Obsidianstatue tun ihr übriges. Freezer riskiert bei diesem
Focus viel zu viel und verliert einige Bären und seinen Panda.
Am Ende überleben beide Heroes von HasuObs und er kann das Spiel mit
diesem grandiosen Comeback doch noch für sich entscheiden.
Mit
dieser Wendung untermauert er endgültig seine sehr gute Form und
bestätigt seine Favoritenstellung für das Turnier. Nach einer dreiviertelstunde fährt er den 2:0 Sieg gegen Freezer ein. Im
weiteren Turnierverlauf schlägt er mit hanf den nächsten
Nachtelfen und zieht damit in das Winnerbracket Finale ein.
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