Der Siegeszug von Defence of the Ancients, kurz DotA, sollte wohl mittlerweile jedem aufgefallen sein. Sei es die Custom Game List im
Battle.net oder die schier überwältigende Channelanzahl im
GG-Client, man bekommt fast nichts anderes mehr zu sehen außer DotA, DotA, DotA.

So war es auch nur eine Frage der Zeit, wann die großen Turnierserien auf
Defence of the Ancients aufmerksam werden. So wagt der
Electronic Sports World Cup den ersten Schritt und nimmt DotA in sein Programm mit auf. Doch wird DotA erst mal eine Randerscheinung bleiben. Zum einen wird es in einem etwas anderen
Modus ausgespielt als die übrigen
Disziplinen, nämlich nur online. Die Teilnehmer haben eine Woche Zeit um ihre Partie zu spielen und zu Reporten. So wird der
Grandfinalspot erst in drei Wochen ausgespielt.
Nachdem DotA dann ein offizieller
ESCW Titel wurde ist die allgemeine Diskussion über ein ganz spezielles Thema in der
WarCraft III Szene zum wiederholten Male aufgeflammt. Wie kann eine Funmap professionell gespielt werden und wie wurde es ein ESWC Titel?
Man braucht für DotA doch gar keinen Skill!Diese Aussage ist leicht daher geredet und wird meistens von Leuten getroffen, die sich mit DotA noch nicht einmal auseinander gesetzt haben. Wenn man es von außen beobachtet, scheint es auch relativ simpel zu sein. Man wählt einen von mittlerweile
90 verschiedenen
Heroes geht auf eine von
3 Lanes, pusht durch bis man am gegnerischen
Tree oder
Altar ist und fertig ist die Funmap. Bei einer so komplexen Map ist aber noch viel mehr von Nöten.
Alles fängt an mit der Wahl des richtigen
Heros. Hierbei sollte man beachten, welche Heroes der Gegner pickt, sowie welche Akteure die eigenen Teammates wählen. Im Spiel geht es dann auch direkt weiter. Welche Lane ist sinnvoll für meinen
Helden? Welche
Items brauche ich bei dieser
Gegnerkonstellatio? Ab wann fange ich an in den Wald zu gehen oder ab welchem Level switche ich zwischen den Lanes hin und her und versuche die Gegner unter Druck zu setzen? Und dies ist erst die Spitze des Eisbergs. Bei DotA gibt es auch einen kleinen Unterschied was die
Experience angeht. So bekommt man für jede gegnerische Einheit die stirbt Erfahrungspunkte, wenn

man in der entsprechenden Reichweite steht. Doch haben sich die Entwickler auch dort etwas besonderes einfallen lassen. Wenn man die eigenen Creeps
lasthittet, also den entscheidenden letzten Schlag setzt, bekommt der Gegner nur
65% der
Experience. Dies ist eins der elementaren Spielelemente von DotA, da das Team mit den höher gelevelten Heros meistens auch bessere Items und die
Mapcontrole hat. Dies macht auch den Unterschied zwischen einem guten und einem weniger guten DotAspieler aus. So passiert es nicht allzu selten, dass man einen ziemlich guten
Defence of the Ancients Spieler auf einer Sololane antrifft und auf einmal ein bis zwei Level unter ihm ist. Wie sich das auf das Spiel auswirkt braucht man nicht zu erklären, da auch im normalen Warcraft die Herolevels eine wichtige Rolle spielen.
Über
Defence of the Ancients kann man eins ganz bestimmt sagen: Es ist einfach zu spielen, keine Frage. Schließlich steuert man nur eine Einheit. Aber jeden Hero spielen zu können, geschweige denn gut oder sogar sehr gut spielen zu können, dafür muss man schon lange üben. Da reichen keine zwei Runden für aus. Gespannt kann man nur noch darauf sein, welchen Weg DotA einschlägt. Man kann gewiss sagen, dass es keine Modeerscheinung ist, dafür ist die Community mittlerweile zu groß. Man kann wohl davon ausgehen, dass DotA seinen Pfad, den es gerade geht, weiter verfolgen wird und so werden die anderen großen Turnierserien wohl bald nicht mehr um
Defence of the Ancients herumkommen.
-Ursadon-