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One Spieltag 2 WICKED eSports vs. Bejing Esports Team Bet.Who
gegen wicked.soccer -
oder
: Warum der Angriff die beste Verteidigung istIn der Begegnung zwischen WICKED
eSports und dem Bejing Esports Team scheinen die Favoritenrollen
recht klar verteilt. Altbekannte Szenegrößen wie FoV und
Check treffen auf noch eher unbekannte Spieler wie TeRRoR.
Und tatsächlich: Nachdem der zur
Zeit stark aufspielende TeRRoR den koreanischen Nachtelfen Winners
geschlagen hat, kann der Orc Who ihn und den Spieler Southsea schlagen. Bet
führt somit mit 2:1. Die Mapwahl liegt beim Team von WICKED,
die sich mit Soccer für einen weiteren Nightelfen und die Map
Turtle Rock entscheiden. Die Wahl lässt sich einfach begründen:
Die Map scheint wie für die Mass-Talons-Strategie gemacht zu
sein.
Nicht nur die Tatsache, dass sie
mit ihren vielen Engpässen die ranged Talons stark begünstigt, sondern auch die Creeps, die sich mit

Melee sehr schlecht creepen
lassen, favorisieren den Nightelfen stark. Dazu kommt, dass eine Exe,
die gegen Mass Dotts häufig als einziges Mittel übrig bleibt, nahezu unmöglich durchzubringen ist, da die Exenspots sehr
zentral und damit offensichtlich für den Gegner liegen und die Tatsache, dass die Creeprouten durch die eng aneinanderliegenden
Spots sehr leicht erratbar sind, was es erschwert, den Tauren
Chieftain auf das wichtige Level 3 bzw. Level 5 zu creepen. Die
Zeichen für Who stehen also denkbar schlecht. Er hat allerdings
schon im Spiel gegen SouthSea, das mit Terenas Stand auf einer weiteren recht
nightelflastigen Map ausgetragen wurde, bewiesen, dass er auch solche
Spiele unter widrigen Bedingungen gewinnen kann.
Weil er also weiß,

dass die Map und das Match-Up ihn benachteiligen, wählt er zu Anfang eine etwas ausgefallene Strategie: Er spielt eine frühe Voodoo Lounge, um schnell Healing in Form von Healing Salves verfügbar zu haben. Der Sinn des Ganzen ist, schnell die Itemcreeps der Ogerspots
angehen zu können, an denen für einen Blademaster sehr gute Items
fallen können und gleichzeitig den Blademaster nicht zu stark anschlagen zu lassen.
Dies ist besonders deshalb wichtig,
weil der Nightelf die Closed Position zu Who erwischt und ein
angeschlagener Blademaster deshalb ein frühes GG für Who
bedeuten könnte. Diese Closed Position stellt für beide
Parteien ein zweischneidiges Schwert dar: Einerseits kann der Orc
anfangs dank der kurzen Laufwege gut den nötigen Druck auf den
Elfen aufbauen, andererseits sind diese kurzen Laufwege ab dem Midgame
aber auch ein Nachteil, da die sehr verwundbaren Burrows fast nie vor
den Dotts sicher sind und der Orc jedes Mal wenn er sich aus seiner
Base herauswagt um sie fürchten muss.
Zudem verkauft Who sein Town Portal, was es
seinem Blademaster ermöglicht, sich in bester DotA-Manier durch
die gegnerischen Archer zu hacken. Durch kluges Scouting mit Hilfe
seines Scoutwisps kann Soccer die Situation jedoch gut ausnutzen und
verschafft sich einen Experience-Vorteil, indem er Who den Spot vor seiner
Base wegcreept.
Hervorzuheben ist auch das
Buildingplacement von Soccer: Er baut seine Moonwells in einer Reihe
mit seinem Ancient of War als Tor.
Dies hat den Vorteil, dass dem
Blademaster verwehrt ist, in die Base einzudringen und gleichzeitig
die Moonwells relativ gut stehen (im Gegensatz zum normalen
Anti-Blademaster-Buildingplacement) und zudem auch die Tier 2-Gebäude
geschützt sind.

Aber auch das Buildingplacement von Who
ist gut durchdacht. Die verwundbaren Burrows stehen sehr kompakt und
weit hinten und werden von den übrigen Gebäuden geblockt. Trotz der Tatsache, dass sie sehr kompakt stehen, können sie von
Peons jedoch umringt werden, was es Who ermöglicht, mit der
maximalen Anzahl reparieren zu können, was gegen den Magic Damage der Talons von unschätzbarem Wert ist.
Im folgenden Spielverlauf beweist
Who sein gutes Spielverständnis und läuft dem creependen
Soccer direkt in die Arme. Dieser hatte allerdings vielleicht auch einen zu
offensichtlichen Spot genommen und damit Who eine Einladung zum Creepjack geliefert. Stattdessen hätte Soccer eher den weiter entfernten
Ogerspot oder einen anderen kleineren Spot creepen sollen.
Der
Experiencevorteil des Elfen ist somit negiert. Durch druckvolles
Spiel gelingt es Who sogar, ohne eigene Verluste zwei Archer von
Soccer zu kicken und - mithilfe des Shadow Hunters - den Demonhunter zum TP zu
zwingen.
Who nutzt also die Closed Position viel besser zum eigenen
Vorteil, als Soccer es tut. Die Wahl des Shadowhunters als Secondhero
stellt sich allerdings als folgenschwer heraus. Who's Intention ist
klar: in der gegenwärtigen Situation mit einer Closed Position,
die im Normalfall viele Kämpfe bedeutet, ist ein Shadowhunter
mit seinem Hex der deutlich bessere Hero als der Tauren Chieftain, der
durch den Manaburn zum besseren Grunt degradiert würde, was beim
Hex nicht in diesem Ausmaß der Fall ist.
Er schätzt seinen Gegner dabei
aber falsch ein. Dieser ist, wohl auch durch die beiden Archerkills
beeindruckt, garnicht auf Konfrontation aus, sondern versucht das
Spiel durch höhere Herolevels zu seinen Gunsten zu entscheiden,
wobei er mit seinen Talons natürlich bevorteilt ist, da er damit
wesentlich einfacher creepen kann. An dieser Stelle trifft Who die
erste folgenschwere Entscheidung, die ihm das Spiel kosten wird: Trotz seines guten Earlygames und seiner Wahl des Shadowhunters
spielt er nicht offensiv und sucht die Fights, sondern creept.
Soccers Demonhunter kann dadurch das
wichtige Level 3 erreichen, wodurch der Manaburn noch effektiver
wird. Natürlicherweise gerät er dadurch im Bezug auf die
Experience Points ins Hintertreffen. Wie um das Unglück von Who noch
vergrössern zu wollen, fällt für Soccer auch noch
ein Tome of Experience und ein Cloak of Flames. Der Second- und Thirdhero von
Soccer sind daher nur noch wenige Erfahrungspunkte vom wichtigen Level
3 entfernt.
Soccer entscheidet sich zum Go, wahrscheinlich nur, um
von der Exe abzulenken, die er in diesem Moment hochzuziehen
beabsichtigt. Doch dieser eigentlich nur als Ablenkungsgo konzipierte
Kampf entwickelt sich zum Endkampf. Who erkennt zu spät, dass
ihm ohne den Tauren Chieftain der Damageoutput fehlt und versucht
diesen durch Katas zu ersetzen. Diese kommen aber zu spät und
werden durch das Placement der Baracks unglücklich in die
gegnerische Army gespawned. Zudem setzt er zu Anfang zu stark auf
Herofocus, dem Soccer bereits zuvor mit dem Kauf einer Potion of
Invulnerability entgegengewirkt hatte.

Ein weiterer wichtiger
Punkt ist, dass er es versäumt, den mit einem Cloak of Flames
ausgestatteten Demonhunter mit Hex/Ensnare von der eigenen Army
fernzuhalten. Dank dieses Items sowie dem Orb verursacht er einen Großteil des Schadens.
Who versucht ihn stattdessen zu
töten, was aber dadurch, dass er als Agilityhero nicht gerade
mit wenig Armor gesegnet ist, sowie der Greater Healingpotion in
seinem Inventar ein sinnloses Unterfangen ist.

Der entscheidende Punkt aber ist, dass
Who in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit seinen Shadowhunter
verliert, ohne dem auch nur im Geringsten entgegenzuwirken. Er
revanchiert sich zwar mit dem Kill des Tinkers, der aber bei weitem nicht so wichtig wie der Shadowhunter ist. Nach einem munteren Herokillen gegen Ende des Spiels, bei dem sowohl Who's Shadowhunter
wie auch sein Blademaster ihre Leben lassen, muss er
einsehen, dass er verloren hat.
Zusammenfassend lässt es sich
folgendermaßen begründen, dass Who verloren hat:
1) Er
hat es versäumt, nach dem starken Earlygame gegen die Talons
ohne Mastertrain Druck auf den Gegner aufzubauen und ihm in seiner
verwundbarsten Phase große Verluste beizubringen.
2) Das
Fightverhalten im letzten Endkampf, allem voran die kleine
Unachtsamkeit mit dem Shadowhunter, hat ebenfalls viel
entschieden.
Das Spiel gegen Who stellte für Soccer nur
den Auftakt für seinen Durchmarsch dar. In den folgenden Spielen
besiegte er die vermeintlichen Starspieler von Bet, FoV und Check
und besiegelte somit den 4:2 Erfolg seines Teams gegen die
favorisierten Spieler des Bejing Esports Team.