Sekten sind böse

Jede einzelne Episode behandelt einen eigenen abgeschlossenen Fall, jedoch
haben sie vieles gemeinsam. Jede Episode beinhaltet die Detektei von Sam &
Max und deren (fast) unveränderte Straße. Diese Straße besteht aus zwei
wichtigen Gebäuden und zwar den Laden von Bosco und dem Büro von Sybill
Pandemic. Auch sind die Fälle chronologisch aufgebaut, so erkennt man
Veränderungen die in einer früheren Episode gemacht wurden, auch in den
späteren. Für viele Witze ist daher auch das Vorwissen aus den früheren
Episoden von Wichtigkeit. Dies macht sich vor allem in der Finalepisode
bemerkbar, denn da wird die Story aus allen fünf Vorgängerepisoden zu einer
großen Geschichte zusammengefügt. Ein chronologisches Durchspielen ist daher
nicht zwingend notwendig, aber empfehlenswert.
Die Story von Sam & Max: Season One variiert von Episode
zu Episode enorm. So landet ihr in einem Fernsehnstudio, einem Casino, dem
Internet und sogar auf dem Mond. Hier sparen die Entwickler dann auch nicht mit
den schon angesprochenen Klischees und erwähnten Seitenhiebe auf das wahre
Leben. So dürft ihr als Kandidat bei einer Abwandlung von Deutschland sucht den
Superstar teilnehmen, oder sogar eine Präsidentschaftswahl gegen Abe Lincoln
führen. Aber das Spiel nimmt nicht nur Andere auf den Arm, sondern auch sich,
Computerspiele und sogar das ganze Internet. Wer diese Art von gehobenem Humor
mag, wird sehr viel Spaß mit Sam & Max haben. Wer dagegen eher auf „ÖLÖLÖ
der hat Titten gesagt“ steht, wartet lieber auf den neusten Leisure Suit
Larry Teil.
Do you speak English?
Die Originalsprache vom Spiel ist natürlich Englische.
Sam & Max lebt an vielen Stellen von seinen Wortwitzen, welche in einer
Übersetzung zwangsweise verloren gehen. Ein weiteres Problem für einige kann sein, dass es die lokalisierte
Version nur als Kauf-DvD gibt. Alle Versionen die man runterladen kann (Egal ob
direkt bei GameTap oder über Steam), beinhalten lediglich die englische
Sprachausgabe. Hier setzt auch der Knackpunkt an.
Sam & Max: Season One nutzt kein einfaches Englisch.
Eines der Hauptprobleme ist Sam, denn der gebildete Hund spricht
stellenweise ein sehr gehobenes Englisch. Hier stößt man mit einfachem
Schulenglisch schnell an seine Grenzen und wird gegebenenfalls ein Wörterbuch
zu rate ziehen müssen. Entschärft wird dies jedoch durch die eingeblendeten
Antwortmöglichkeiten. Die Antworten sind im „normalen“ Englisch gehalten,
obwohl Sam nach einem Druck auf den Text weit ausschweifender Antwortet. Wer also
kein Problem damit hat einige Sätze nicht zu verstehen, kann auch mit
durchschnittlichen Englischkenntnissen die Originalversion genießen.
Über die Qualität der deutschen Übersetzung kann ich leider
nichts sagen, da hier lediglich die englische Version zur Verfügung steht.
Rustikales
Sam & Max: Season One ist keine Grafikpracht, aber hat
wunderbar den Grafikstil von 2D in 3D gerettet. Man merkt, dass der Erfinder
von Sam & Max ein Zeichner war. Beim Spielen bemerkt man wunderbar, dass sich ein
Mensch über jeden Strich Gedanken gemacht hat und nicht nur daran dachte, ob die Grafikengine das noch schafft. Wo bei anderen Spielen das Bumpmapping zum kotzen
einlädt, pappt euch Sam & Max halt eine einfarbige Wand vor die Nase. Was
solls? Das ist Retro! Das ist cool!
Beim Sound bewegt sich Sam & Max: Season One dagegen auf
absolut gehobenem Niveau. Die Musikauswahl ist sehr gut getroffen, auch wenn
die etwas zu geringe Auswahl nach kurzer Zeit auf die Nerven geht. Die
englischen Synchronsprecher können überzeugen und sind passend zu ihren
Charakteren gewählt.
Ansonsten können sich auch Besitzer von etwas älteren
Rechnern freuen, denn die Systemanforderungen von Sam & Max sind sehr
human. Eure CPU sollte 1,5 Ghz haben und ebenfalls solltet ihre eurem Rechner
256MB Ram gegönnt haben. Eure Grafikkarte sollte T&L tauglich sein (So alles
ab GeForce 2). In Kurzform: "Wenn ihr diese Website anschauen könnt, dann läuft auch Sam & Max".