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Micha über Geschichte und Zukunft von GameSports
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GameSports.net: Hallo Micha. Du bist bekanntermaßen der Projektleiter von GameSports. Erzähl doch mal kurz, was genau deine eigentlichen Aufgaben in diesem Job sind.
[F4U]Micha: Über die Jahre haben sich die Aufgaben sehr verändert. Als wir 2003 das Projekt übernommen haben, war die Arbeit eher grundlegend. Das Projekt war zu dem Zeitpunkt mit 30 bis 40 Leuten noch eher klein. Damals wurde viel Arbeitszeit darauf verwand, neue Leute ins Projekt zu holen, die Projektbereiche interessant für Sponsoren zu machen und die technischen Grundlagen für den Betrieb zu schaffen. Heute ist GameSports ein größeres Projekt mit wesentlich mehr ehrenamtlichen Mitarbeitern und zudem gut 10 Mitarbeitern, die sich im Hintergrund hauptberuflich fast ausschließlich auf Unternehmensbereiche von GameSports konzentrieren. Natürlich sind da viele Aufgaben für das Team hinzugekommen seit 2003, aber auch direkt im Angebot von GameSports hat sich vieles geändert. Für mein Team und mich bedeutet dies viel Arbeit im Hintergrund. Beispielsweise viele Meetings und viele Gespräche in denen die weitere Entwicklung besprochen wird. Im letzten Jahr haben wir beispielsweise ganz konkret die Neuentwicklung verschiedener Szeneseiten gestartet sowie die Arbeit an der neuen GameSports Page vollendet. Bis zum Release der Seite sind hier etliche Monate Entwicklungsarbeit eingeflossen. Solche Neuerungen gibt es aber beispielsweise auch für unser Angebot an Videostreams. Wir probieren neue Sendeformate aus, produzieren Testsendungen und besprechen interessante Sendekonzepte. Gerade im Videobereich sieht man momentan nur ein Bruchteil dessen was wir im Moment machen, weil sich auch hier viele Veränderungen einstellen werden. Über die Casts hinaus ist eine ganze Menge an Sendungen geplant, die sich nicht nur mit der Übertragung von Livespielen befassen und trotzdem gut zum GameSports Netzwerk und unseren Usern passen.
Du bist ja nun fast von Beginn an beim Projekt dabei. Wie war es damals, als GameSports neu war?
Da gibt es zwei große Unterschiede, die mir so spontan einfallen. Liveübertragung von Spielen war damals ein großes Thema in der Szene, weil es neu und innovativ war. Wir haben uns damals um die Gunst der Zuhörer geschlagen mit Gamer FM, mTw live, pro-gaming live, b-tuned oder #musik.gaming. Von den damaligen Mitbewerbern sieht man heute nur Gamer FM. Spannend waren auch Kooperationen mit GIGA, wie damals beispielsweise "Deutschland sucht den Supercaster" - darüber kam Orcish damals zu GameSports. Man hat früher für viel weniger Besucher, Zuschauer und Zuhörer den ganzen Aufwand betrieben im Vergleich zu heute. Als zweiter großer Unterschied würde mir da die Technik einfallen. Damals haben wir mit wenigen Mitteln die ersten Streams und Server ans Netz gebracht, die ersten Videostreams fanden über das Streamingnetzwerk von Tiscali Games statt. In den letzten 5 Jahren haben wir mehr als 100.000 EUR in die Netzstruktur, Server und Mediatechnik investiert und die Liste der von unseren Mitarbeitern gewünschten Neuanschaffungen ist nicht kleiner geworden. Qualitativ ist der Unterschied nicht in dem Maße zu sehen und zu hören wie man es auf dem Konto spürt. Allerdings greifen immer mehr User auf unsere Inhalte zu, das Angebot wird immer reichhaltiger und man will mit dem Trend der Technik gehen. Das macht Spaß, ist spannend, aber leider auch sehr teuer.
Oftmals hat Langlebigkeit im eSports wenig verloren und sie ist von Kurzlebigkeit geprägt. Wie kommt es, dass du dem Projekt bereits so lange erhalten geblieben bist?
Als ich 2003 das Angebot erhielt das Projekt zu übernehmen, habe ich schon ein paar Tage nachgedacht. Die Situation war mir neu, weil ich eigentlich eher aus dem Eventbereich kam und mit dem Thema Broadcasting nicht viel zu tun hatte bis auf die Eventübertragungen. Letztlich konnte ich jedoch viel von meinem Vorwissen ins Projekt einbringen und hier auch sehr viel lernen. Für mich war all die Jahre sehr entscheidend, dass wir immer wieder neue und spannende Projekte angegangen sind. Entweder war es ein Wettkampf mit Mitbewerben, der Ausbau eines Projektbereiches, eine technische Neuausrüstung oder eine dringend notwendige Sponsoren- oder Werbefinanzierung - irgendwas hat mich immer beschäftigt und das Projekt wurde nie zur grauen Alltagsarbeit. Es macht viel Spaß in einem Projekt zu arbeiten, welches auf der einen Seite durch eine dezentral vernetzte Struktur durch viele ehrenamtliche Mitarbeiter geprägt wird und gleichzeitig in einer klassischen Unternehmenshierarchie organisiert und gelenkt wird. Das Team hinter GameSports ist klasse, weshalb ich viele große Freundschaften damit verbinde.
Inwieweit hat sich die Gesinnung des Projektes gewandelt? Was waren früher die Ziele und was sind sie heute?
Klar, früher war es ein ehrgeiziges Ziel, dass man Videostreams anbietet. Heute ist das nichts Ungewöhnliches mehr, da arbeiten wir eher an Lösungen, dass die technisch bedingten Lags endlich der Vergangenheit angehören ;) Die Nutzer setzen heute viel mehr als selbstverständlich voraus als früher. Es wird hohe Stabilität und Qualität erwartet und diese ist manchmal nur schwer zu realisieren. Früher konnten wir da meist kurzfristig eine Lösung finden, heute sind solche Lösungen mit enormen Ausgaben und Arbeiten verbunden. Man plant also viel stärker was man innerhalb der nächsten 3 Monate schaffen muss, während man früher teilweise ohne Sorgen in die Woche gegangen ist und viel mehr auf sich hat zukommen lassen. Wir haben weiterhin eine sehr hohe Erwartung an die Qualität, die wir bieten möchten. Die alte GameSports Homepage hat uns sehr gute Dienste erwiesen, allerdings konnten wir damit nicht das Angebot schaffen, welches wir schon seit anderthalb Jahren realisieren wollten. Die Page war überladen und teilweise haben die Nutzer einfach nicht mehr zu den Angeboten gefunden, die mit viel Arbeit und Mühe entstanden sind. Durch die neue Netzwerkstruktur sind wir dabei dieses Problem zu lösen. Es gibt verschiedene Seiten für verschiedene Angebote, eine klare und übersichtliche Struktur - die Broadcasting Page konzentriert sich auf Übertrgaungen im Audio und Videobereich, szenespezifischer Content ist hingegen eher auf den Szeneseiten zu finden. Mit der neuen GameSports Page ist die Entwicklung natürlich noch nicht abgeschlossen - momentan werden weitere Szeneseiten und auch andere Portale für das Netzwerk gecodet und designed, während auch neue Features für die am Netz befindlichen Seiten programmiert werden und in den nächsten Wochen und Monaten dort für weitere Angebote sorgen. Wir positionieren uns also ganz neu, bieten dabei die gleichen Inhalte wie früher und von Monat zu Monat auch weiteren Content im Netzwerk. Ein gutes Beispiel für neue Bereiche sind unsere Cups, die wir für Kooperationspartner durchführen, was beispielsweise am ZOTAC Cup sichtbar wird. Das Turnierangebot wird in den nächsten Monaten ebenfalls stark erweitert.
Sicherlich erlebt man auch einiges in einer so langen Zeit voller eSports und Events. Was waren deine persönlichen Highlights und Tiefs in den Jahren mit dem Projekt?
Mir tat ziemlich leid, dass wir mit der alten GameSports Page den Höhepunkt weit überspannt haben. Da haben wir, und dabei ich sicherlich am meisten, einfach zu sehr auf die kleinen Weiterentwicklungen geschaut und nicht so sehr auf das große Ganze. Solche Fehlentscheidungen gehören zu den absoluten Tiefs, die ich erlebt habe. Gleichzeitig haben sie mir aber gezeigt, dass ein tolles Team um mich den Kopf nie in den Sand steckt und wir gemeinsam einfach weitergemacht haben - fleißig das Angebot hochgehalten haben und im Hintergrund wie die Weltmeister am Netzwerk gewerkelt haben. Gerade an Khaldor geht da mein besonderer Dank, denn er hat sich sehr für die Entwicklung des Netzwerks stark gemacht, viele Ideen entwickelt und die Leute angetrieben. Zu den besten Phasen gehören solche Momente, wo man einen kleinen Meilenstein in der Entwicklung erreicht hat. Ich bin stolz auf mein Team, wenn eine neue Sendung startet, die lange vorbereitet wurde oder wenn wir auf einer Games Convention eine gute Show machen und die Besucher die Spielübertragungen zelebrieren. Auch größere Übertragungen wie beispielsweise der ESWC Grand Finals aus unserem Studio in Berlin sind immer wieder ein Highlight, weil viele Mitarbeiter wochenlang Content und Informationen aufbereiten, Grafiken machen, technische Lösungen erarbeiten und Neuerungen ausprobieren, damit dann 3 oder 4 Tage lang eine kleine Meisterleistung vollbracht wird mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Wenn solche Unterfangen dann floppen, wird man natürlich ziemlich heruntergerissen. Irgendwie haben wir es aber immer hinbekommen, dass zumindest ein großer Teil unserer Vorhaben funktioniert hat.
Viel ist in der letzten Zeit bereits geschehen, kannst du einen kurzen Ausblick geben, was die User in der Zukunft alles erwartet.
Wir werden bis Jahresmitte noch viele neue wöchentliche, aber auch unregelmäßige Turniere und Turnierserien starten mit verschiedenen Partnern. An den Erfolg des ZOTAC Cups anknüpfend möchten wir auch mehr für Shooter-Spieler und auch im Bereich der Sportspiele anbieten. WarCraft III ist unser stärkster Bereich, weshalb wir eigentlich immer hier den ersten Schritt gewagt haben und dann mit anderen Bereichen nachgezogen sind. So ist das also auch im Cupbereich geplant. Ab März haben wir ein größeres Team welches sich um die Produktion von Sendungen kümmert. Wir werden mit diesem Team versuchen innerhalb von 4 bis 8 Wochen die ersten neuen Sendungen zu entwickeln, die ähnlich Creepjack regelmäßig angeboten werden. Über die neuen Formate wird man bald einiges bei GameSports lesen können, aber ich mag dem noch nicht zu stark vorgreifen. Technische Veränderungen sind in der Netzwerkstruktur geplant. Wir werden ab sofort unsere Streams über Octoshape abwickeln und nicht mehr über ein eigenes Servernetzwerk. Octoshape kommt meines Erachtens mit vielen Vorteilen daher, die man innerhalb einer Community nutzbar machen sollte. Communities leben voneinander und miteinander – Octoshape wird dazu führen, dass Bandbreite bei den Servern eingespart werden kann, da die User auch zwischeneinander die Streamdaten verteilen. Gleichzeitig führt dieses System aber auch zu einer universelleren Datenverteilung als es vorher der Fall war. Wenn die Leitungsanbindung zwischen unseren Servern und der Deutschen Telekom verstopft war, haben die Zuschauer sich über Lag beschwert und wir konnten nichts machen – es lag nicht an unserem Netz oder unseren Servern, aber eben auch nicht am Anschluss des Zuschauers. Über das neue Verteilsystem werden mehr Knotenpunkte genutzt als vorher, da eben jeder Arcor User auch einen Telekom Zuschauer versorgen kann – kann also die Telekom keine Daten vom Server direkt zum Nutzer nach Berlin transportieren, wird beispielsweise ein Berliner Arcor Zuschauer diese fehlenden Daten an ihn weiterleiten. Wegen der großen Nachfrage am Wochenende sind wir gerade samstags momentan schwer erreichbar. Einige unserer Web- und Datenbankserver werden daher demnächst komplett ausgetauscht, da wir die alte Hardware ausmustern möchten und zuverlässigere Highend-Maschinen einsetzen wollen. Darüber hinaus wird sich natürlich auch im Netzwerk noch einiges tun. Damit meine ich neue Szenseiten und neue Features, genauso wie neue Portale, die eine sinnvolle Erweiterung unseres Angebots darstellen. Wie jedem Nutzer momentan auffallen wird, sind die einzelnen Userprofile nicht in der neuen Broadcasting Page enthalten bzw übernommen worden. Hierfür wird eine neue Lösung gewählt, die viel mehr Funktionalität mitbringen wird.
Es tut sich also weiterhin eine ganze Menge.
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| Rappsta schrieb: |
17.02.08 | 19:39 | #1 |
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scheint echt viel geld zu kosten, aber ihr schaukelt das schon!
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Unglaublich, dass das für uns User noch kostenfrei angeboten werden kann! Scheiß auf Giga und schau Gamesports, denn Gamesports, zeigt dir alles :DDD
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solang es caster + wc3 + n1 matches gibt bleib ich bei Gamesports ! Ich hab zwar auch nen ESL TV prem. Acc. aber sich das dumme geschwätz von Take die ganze zeit anzuhören langweilt nach ner zeit ziemlich !!111
Also Gamesports zeigt mir alles since 2006 !!
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